Nebst Leistung, Bildschirmgrösse, Gewicht, Speicherplatz etc. können wir beim Kauf eines PCs auf zwei Hauptkriterien achten:
- Respektiert er meine Freiheiten und meine Privatsphäre?
Das ist hauptsächlich dann der Fall, wenn der PC möglichst weitgehend mit Freier Software betrieben werden kann (sowohl OS als auch Apps). - Ist das Gerät nachhaltig?
Dies ist der Fall, wenn es entsprechend konzipiert wurde und modular aufgebaut ist. Die einzelnen Bauteile wie Akku, Bildschirm, Buchsen etc. lassen sich dann im Falle eines Schadens oder bei Bedarf nach Aufrüstung sehr leicht austauschen. Das kann zu einer längeren Betriebsdauer eines Gerät und somit zu weniger Elektroschrott führen. Zudem sollten der Abbau der Rohstoffe sowie die Produktion der Geräte möglichst fair erfolgen.
Mit unseren bewussten Kaufentscheiden können wir durchaus auf die Gesellschaft hinsteuern, die wir uns wünschen – und so ganz konkret die Welt verändern!
Empfehlungen
Mit Blick auf die beiden Kriterien Freiheit und Nachhaltigkeit stechen für mich derzeit zwei Unternehmen auf glaubwürdige Weise aus der Masse hervor: Framework und SHIFT.
Framework, mit Sitz in den USA, produziert seit 2020 PCs, die modular konzipiert sind. «We’re here to remake consumer electronics to respect people and the planet. Unlike most products, ours are open for you to repair, customize, upgrade, and own at the deepest level.»
SHIFT, mit Sitz in Deutschland, produziert seit 2014 nicht nur seine «SHIFTphones», die möglichst fair hergestellt werden und modular konzipiert sind, sondern auch das SHIFTbook. Alle SHIFT-Produkte werden durch Crowdfunding finanziert, und das Unternehmen orientiert sich zudem mit viel Engagement an den Werten der Gemeinwohl-Ökonomie.

Neben Framework und SHIFT, die eigene Geräte konzipieren, haben sich auch Händler etabliert, die ausgewählte PCs vertreiben, die gut mit GNU/Linux funktionieren und angemessen reparier- und aufrüstbar sind. Nennenswert scheinen mir hier why! open computing (CH), TUXEDO Computers (DE) und NovaCustom (NL). Und natürlich kann man einen Secondhand-PC erwerben und ihm mit Freier Software neues Leben einhauchen, was aus Überlegungen der Nachhaltigkeit besonders sinnvoll ist.
Meine persönliche Wahl
Seit 2019 ist mein Haupt-PC ein gebrauchter, hochwertiger Dell Latitude E7450 von 2015, den ich aktuell mit Trisquel GNU/Linux 12 betreibe. Über das Lösen von nur 2 Kreuzschlitzschrauben gelangt man ans Innere des Laptops, was den sehr einfachen Austausch von Festplatte, Arbeitsspeicher, WLAN-Modul etc. ermöglicht. Das ursprüngliche WLAN-Modul ersetzte ich durch eines, welches mit den freien Treibern von Trisquel funktioniert. Und mit der nachgerüsteten 1-TB-SSD und den 16 GB Arbeitsspeicher ist dieser Compi genug leistungsfähig für all meine derzeitigen Alltagsbedürfnisse.


2019 hatte ich aus Versehen Bier über die Tastatur geschüttet. Mit ein paar Kniffs konnte ich die Tastatur ausbauen, von den Bierspuren befreien und wieder einbauen. 2024 musste ich zudem den Akku austauschen, der sich aufgebläht hatte. Ich fand im Internet noch Ersatzakkus und hab mich für ein teureres Original von Dell entschieden. Seither ist alles wieder einwandfrei, und ich hoffe, dass ich den Laptop damit noch ein paar Jahre betreiben kann.
Natürlich schiele ich trotzdem mit einem Auge schon in die Zukunft. Zwei Optionen zeichnen sich dabei als perspektivisch interessant für mich ab: SHIFTbook 2 und Framework Laptop 12. Beiden gemein ist die Modularität (und damit eine hohe Reparierbarkeit) und je ein Unternehmen, das sich sehr engagiert und glaubwürdig für nachhaltige Elektronik einsetzt.