Als soziale Wesen tauschen wir beständig Waren und Dienstleistungen aus. Sehr häufig fliesst dabei Geld zwischen den beiden Seiten. Erfolgte dies über Jahrhunderte hinweg «physisch», so gibt es heute neben Bargeld ein Vielzahl weiterer Möglichkeiten, Geld zu tauschen und für Produkte und Services zu bezahlen. Diese verschiedenen Systeme kommen mit ihren jeweiligen Vorzügen und Nachteilen, und es stehen vielfältige Aspekte zur Debatte wie Praktikabilität, Verlässlichkeit und Krisenresistenz, Sicherheit, Anonymität, Schutz vor Geldwäscherei und Steuerhinterziehung etc.
Auf dieser Seite sammle und teile ich ein paar Gedanken dazu, was die Eigenheiten solcher Zahlsysteme angeht, und zur Frage, welche Einflüsse diese auf unser Leben haben können.
Bargeld
Klar, Bargeld muss man mit dabei haben, es braucht Platz, hat sein Gewicht, und das Portemonnaie kann verloren gehen oder geklaut werden. Aber es ist trotz allem sehr praktisch, äusserst einfach in der Handhabung und weit verbreitet. Abgesehen von einer Kasseninfrastruktur, hat Bargeld geringe Systemanforderungen und ist ziemlich robust, sicher und krisenresistent. Es benötigt für einfache Transaktionen «von mir zu dir» keine digitale Infrastruktur, keine aufwendigen Software-Protokolle, kein Internet, keinen Strom und keine teuren Geräte, die ständig up to date sein müssen und ein gewisses Bedienungswissen erfordern. Und es ermöglicht mehrheitlich anonymes Bezahlen.
Ich nutze Bargeld so konsequent und oft wie möglich, da mir sehr daran liegt, dass seine Verbreitung bestehen bleibt!
Taler
GNU Taler ist ein modernes Bezahlsystem für schnelles und einfaches Geldüberweisen, kombiniert mit Datenschutz und hoher technischer Sicherheit. Es erlaubt das Bezahlen ohne Registrierung, hat Datenschutz als Grundeinstellung, ist systematisch gegen Betrug gesichert und wurde als Freie Software umgesetzt.

Als Endanwender:in braucht man eine «Taler Wallet», eine Art digitale Brieftasche. Diese kann man sich als App für Android (via F-Droid oder Google Play) oder iOS installieren. Die App ist schlicht und elegant, und ich nutze Taler bereits für kleine Geldtransfers mit Bekannten und Verwandten. Für Transaktionen ist eine Internetverbindung erforderlich, Gebühren fallen im Rahmen der Markteinführung 2026 und 2027 keine an. Alles Weitere erfährt man auf der Taler-Website.
TWINT
An der Kasse und online bezahlen, Kundenkarten nutzen, Rechnungen aufteilen, parkieren, spenden und Rechnungen bezahlen: TWINT ist praktisch und weit verbreitet. Allerdings hinterlässt jede Transaktion Spuren, und die App ist nicht als Freie Software verfügbar. Unter diesen Voraussetzungen kommt TWINT nicht auf meine Handy.
E-Banking
E-Banking ist sehr praktisch, und ich nutze es regelmässig. Ich tue dies bislang ausschliesslich an meinem PC, mit einem aktuellen Betriebssystem und via einen aktuellen, vertrauenswürdigen Webbrowser.
Kreditkarten
Auch mit einer Kreditkarte bin ich ausgestattet. Diese nutze ich allerdings nur in seltenen Fällen, in welchen ich keine andere, gut handhabbare Möglichkeit sehe (Buchen bei gewissen Hotels, Online-Kauf von Musik etc.).
Kryptowährungen
Und schliesslich gibt es das Feld der Kryptowährungen. Hier tummeln sich verschiedene Akteure mit ebenso unterschiedlichen Währungen und Wertehaltungen. Der «Betrieb» von Kryptowährungen ist z.T. mit einem enormen Energie- und Ressourcenverbrauch verbunden, und auch an die Geräte, die man für die Nutzung verwendet, werden z.T. beträchtliche technische Anforderungen gestellt (z.B. Rechenleistung, Speicherplatz). Überdies stellen sich auch hier brisante ethische Fragen: Wollen wir als Gesellschaft z.B. Systeme gutheissen, die ausserhalb jeglicher Aufsicht «operieren»?
Solange ich mich mit diesen Themen nicht tiefer auseinandergesetzt habe und zu mehr Klarheit gelangt bin, lasse ich die Finger von Kryptowährungen.